Kanzleistrasse 72

Mehrfamilienhaus, Zürich 1994–2004

Kanzleistrasse 72

1994 war unsere Analyse des Zürcher Wohnungsmarktes:

Der Wohnungsmarkt befriedigt vorwiegend traditionelle Wohnbedürfnisse, die nur noch zum Teil den aktuellen gesellschaftlichen Verhältnissen und Ansprüchen gerecht werden. Konkret treten immer mehr verschiedene Nutzergruppen auf: Singles, Alleinerziehende, Alters-, Studenten-, Therapie-WGs, Grosshaushalte, usw. All diese Mieter oder Käufer müssen in der Regel für Wohnungen, die sie weder wollen noch brauchen können, einen grossen Teil ihres Einkommens auslegen.

Dagegen stand 1994 unsere Vision vom Wohnen:

  • Wir wollen Eigentümer, bzw. langfristige Mieter unseres Wohnraums werden;
  • Wir wollen in einem städtischen Umfeld leben;
  • Wir wollen möglichst viel von unserem Wohnraum selber gestalten;
  • Die Wohnung soll anpassungsfähig sein – an die Anzahl Bewohner, den Ausbaustandard, die Wohnform und vor allem an die finanziellen Möglichkeiten.

Im Zürcher Kreis 4 an der Kanzleistrasse stiessen wir auf ein unternutztes Grundstück, das dem KVZ gehörte. Diese Baulücke sollte nach unseren Vorstellungen mit flexiblen Wohnungen bebaut und maximal ausgenutzt werden.

Im Jahre 2000 wurde die Parzelle und unser Projekt von der Stiftung PWG übernommen. Das Projekt wurde im Februar 2004 fertig gestellt. Dabei wurden drei Grundrisstypen, die auf die Bedürfnisse der PWG zugeschnitten sind, eingebaut. Der flexible Grundtyp bleibt aber im Kern erhalten und lässt in Zukunft verschiedenste Optionen für Umbauten in allen Etagen offen.